Der Räuber
Film des Monats März
[3.03.2010] Die Jury der Evangelischen Filmarbeit zeichnet als Film des Monats März „Der Räuber“ von Benjamin Heisenberg aus.
Nach einem Roman von Martin Prinz, der auf einem Fall der österreichischen Kriminalgeschichte beruht, erzählt der Film von der beunruhigenden Doppelexistenz eines Einzelgängers, Johann Rettenberger. Aus dem Gefängnis entlassen, trainiert er wie vor seiner Haft Langlauf, nimmt an Marathonwettbewerben teil und begeht parallell eine Serie von Banküberfallen – ohne dass ihm Sieg oder Beute etwas zu bedeuten scheinen. Allein zu seiner Jugendbekanntschaft Erika, die ihn bei sich aufnimmt, entwickelt er eine emotionale Beziehung. Sie bringt die Polizei auf seine Spur und treibt Rettenberger zu einer zunehmend ausweglosen Flucht.
„Gleichnishaft repräsentiert ‚Der Räuber’ eine Bewegungsenergie, die das Selbstverständnis moderner Gesellschaften kennzeichnet,“ so die Jury in ihrer Begründung. „Der Marathon wird zu einem Synonym für den ‚Lauf zu sich selbst’. Zugleich führt dieser Entwurf einer radikal selbstbestimmten Existenz in die Einsamkeit, die keine Wege zum anderen mehr findet.“
Der Film kommt am 4. März in die deutschen Kinos.
Der "Film des Monats" der Jury der Evangelischen Filmarbeit ist die einzige durch eine Jury vergebene Auszeichnung für einen aktuellen Kinofilm. Die Jury der Evangelischen Filmarbeit ist ein unabhängiges Gremium. Ihre Mitglieder werden von Einrichtungen der evangelischen Kirche ernannt. Die Jury zeichnet Filme aus, die dem Zusammenleben der Menschen dienen, zur Überprüfung eigener Positionen, zur Wahrnehmung mitmenschlicher Verantwortung und zur Orientierung an der biblischen Botschaft beitragen. Die Arbeit der Jury wird vom Filmkulturellen Zentrum im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) betreut.
Weitere Informationen: www.filmdesmonats.de

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