Dem Dienstagnachmittag hat die Stunde geschlagen

Evangelische Kirchengemeinde Fechenheim startet mit einem neuen Konzept für den Konfirmationsunterricht

[24.06.2010] Über Jahrzehnte war die “Konfer”, der Konfirmationsunterricht in Fechenheim, immer am Dienstag- oder Donnerstagnachmittag. Aber die Zeiten ändern sich. Die Schultage sind für Schülerinnen und Schüler länger und anstrengender geworden. Jugendliche kommen oft erst am Nachmittag aus der Schule, um danach möglichst schnell zur nächsten Aktivität, etwa im Verein, zu hetzen. Oder sie kommen erst gar nicht, weil am nächsten Tag eine wichtige Arbeit ansteht. Die Kursfahrten schließlich, die meistgeliebte Zeit im “Konfer”, dürfen die Schule möglichst nicht tangieren.

Mit anderen Worten: Der Konfirmationsunterricht ist für Lernende wie Lehrende nicht nur befriedigend. Dazu kommt, dass einerseits die Vorbildung der Jugendlichen mangels Religionsunterricht oft sehr lückenhaft ist, andererseits aber für Elemente von verbindender Jugendarbeit im jetzigen System wenig Raum ist.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Fechenheim soll jetzt ein neues Konzept helfen, die verschiedenen Anforderungen “unter einen Hut” zu bekommen. Statt der Dienstagnachmittage sind zwei Kursfahrten von insgesamt neun Tagen Dauer verpflichtender Hauptbestandteil des Unterrichts. Iin protestantischen Nachbarländern wie Finnland wird das “Blockmodell” schon lange mit Erfolg praktiziert. Die Jugendlichen sind drei Tage am Schuljahresanfang vor Beginn der Klassenarbeiten unterwegs und sechs Tage in den Osterferien. Man kann dann wie in der Schule konzentriert am Stück arbeiten. Wenn die Lerneinheiten zusammenrücken, endet die Verzettelung, die mit zwei Wochenstunden verbunden ist, und in den Köpfen werden die Zusammenhänge deutlicher. Zugleich kommt auch das Zusammensein in der Gruppe nicht zu kurz, aber so, dass alles seine Zeit hat: Lernen und Relaxen, Spielen und Arbeiten.

Wie bisher sind eine Reihe weiterer Veranstaltungen im Jahr bis zur Konfirmation zu absolvieren, die nun überwiegend auf Samstage fallen: Die Jugendlichen besuchen kirchliche Einrichtungen wie die Jugendkulturkirche oder das Bibelmuseum, sie nehmen alle sechs Wochen am eher locker gehaltenen begleitenden Konfi-Treff teil, gestalten die Waldweihnacht, machen mit bei der “Nacht der Lichter” mit Übernachtung in der Melanchthonkirche und sind bei den Gottesdiensten “Samstags um 5" aktiv dabei. Neben diesen Bausteinen ist der Besuch von 20 Gottesdiensten und 12 Stunden bei Gemeindeveranstaltungen nachzuweisen.

Erstmals werden im jetzt beginnenden Kurs in einem individuellen Gespräch mit jedem Konfirmanden und jeder Konfirmandin vor der zweiten Kursfahrt die Lernerfolge und die persönliche Entwicklung gewürdigt. Am Ende gestalten die Jugendlichen gemeinsam ihren Vorstellungs-Gottesdienst, und sie suchen und kommentieren ihren Konfirmationsspruch selbst.

Kontakt: Pfarrerin Lieve Van den Ameele und Pfarrer Wilfried Steller, Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt a. M. – Fechenheim, Telefon 069 413888, E-Mail: steller@ek-fechenheim.de
www.ek-fechenheim.de


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