Patientenwohl, Reformationsjubiläum und Wahlen

23.06.2016

Die Evangelische Stadtsynode hat am 22. Juni getagt

Mehr Zeit für Gespräche mit Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern hat die Dekanatssynode/Regionalversammlung in einer Erklärung bei ihrer Tagung am Mittwoch, 22. Juni 2016, im Frankfurter Dominikanerkloster gefordert. Die diagnostischen und therapeutischen Leistungen in den Krankenhäusern seien zwar beeindruckend, doch „um dem Wohl und dem Willen des Patienten gerecht zu werden, bedarf es der Zeit für gemeinsame Besprechungen, um sich über die therapeutischen Möglichkeiten und Grenzen ebenso zu verständigen wie über die Wünsche und Wertvorstellungen des Patienten“, heißt es in der Erklärung. Die „sprechende Medizin“ müsse gestärkt werden, und die Kirche wisse um die „lebensspendende Kraft der Worte und die Bedeutung des Gesprächs in schweren Krisen“. Gespräche können Heilungsprozesse in Gang setzen und unterstützen. Bei seinem Einführungsvortrag stellte Pfarrer Dr. Kurt Schmidt vom Zentrum für Ethik in der Medizin im Markuskrankenhaus heraus, dass besonders bei schweren Krankheitsverläufen und an den Grenzen zwischen Leben und Tod besonders sorgsam abgewogen werden müsse, welche Behandlungen dem Patienten noch gut tun und welche ihm schaden. Entsprechend fordert die Evangelische Kirche in Frankfurt in der Erklärung, dass es mehr ethische Fallbesprechungen in den Kliniken geben müsse. „Ohne das Gespräch mit dem Arzt“, so heißt es in der Erklärung weiter, „ist eine detaillierte Patientenverfügung für den Laien in der Regel jedoch nicht zu erstellen“. Die Synode begrüße daher Seminare und Informationsangebote, in den nicht nur rechtliche Fragen, sondern auch medizinische und pflegerische Aspekte erläutert werden, damit ein Mensch bei Krankheit eine selbstbestimmte Entscheidung fällen kann. Die Erklärung im Wortlaut finden Sie ab Anfang der kommenden Woche im Internet unter www.frankfurt-evangelisch.de/texte-parlament.html

 

Synode stellt Geld für die Feier des Reformationsjubiläums 2017 bereit

Die Evangelische Stadtsynode hat am 22. Juni beschlossen, für die Feier des Reformationsjubiläums 2017, die am Pfingstmontag, 5. Juni 2017, auf dem Römerberg stattfinden soll, bis zu 90.000 Euro aus den Rücklagen des Stadtdekanats zur Verfügung zu stellen. Geplant ist ein ökumenischer Gottesdienst, ein Mittagsmahl mit Tischreden sowie ein vielfältiges Bühnenprogramm auf dem Römerberg.

 

Bericht des Stadtdekans

In seinem Bericht informierte Stadtdekan Dr. Achim Knecht die Synode darüber, dass Anfang Juli das erste Treffen der Steuerungsgruppe mit Vertretern des Dekanats Offenbach und der Landeskirche zur Integration des Dekanats Offenbach in das Evangelische Stadtdekanat Frankfurt stattfinden werde. Geplant ist die Fusion zum 1.1.2019. Frankfurt ist in der Steuerungsgruppe neben dem Stadtdekan mit Präses Dr. Irmela von Schenck, Prodekan Holger Kamlah und dem Leiter der Verwaltung des Evangelischen Regionalverbandes, Rainer Cordts, vertreten.

 

Knecht teilte ferner mit, dass die Pfarrstelle für Interreligiösen Dialog zum 1. Juli 2016 wieder besetzt werde. Der Vorstand habe beschlossen, Pfarrerin Susanna Faust-Kallenberg als Nachfolgerin von Pfarrerin Ilona Klemens mit der Arbeit für den interreligiösen Dialog in unserer Stadt zu beauftragen, die vorher im Zentrum Oekumene der beiden hessischen Kirchen für dieses Arbeitsfeld zuständig war.

 

Zum Schluss seiner Rede wies Knecht auf die kontroverse öffentliche Diskussion um das neue Stadthaus in der Altstadt hin. Im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen sei zu lesen, dass in diesem Gebäude ein ökumenisches Kirchenmuseum Teil des Nutzungskonzeptes werden soll, „im Zusammenwirken von Ikonenmuseum und Dommuseum, gegebenenfalls unter Einbeziehung von Exponaten der evangelischen Kirche.“ Der evangelische Stadtdekan bezog vor der Stadtsynode plar Position zu diesem Thema, in dem er klarstellte, „dass es aus unserer Sicht kein „Ökumenisches Kirchenmuseum“ an diesem prominenten Frankfurter Ort geben kann, in einer Stadt, die über 400 Jahre lang vorherrschend evangelisch war, ohne eine Beteiligung der evangelischen Kirche“.

 

Bericht der Prodekanin und des Prodekans

In ihrem Bericht informierten Prodekanin Dr. Ursula Schoen und Prodekan Holger Kamlah die Delegierten über die Pfarrstellensituation in den Gemeinden des Stadtdekanats. Im Bereich Nord-West (31 Gemeinden), für den Prodekan Holger Kamlah zuständig ist, gebe es aktuell 27 volle und 12 halbe Pfarrstellen, die mit insgesamt 37 Pfarrerinnen und Pfarrern besetzt sind. Zwei Stellen sind zur Zeit vakant. Im Bereich Süd-Ost (25 Gemeinden), für den Prodekanin Dr. Ursula Schoen zuständig ist, gebe es 34 volle und 9 halbe Pfarrstellen, die mit insgesamt 43 Pfarrerinnen und Pfarrern. Sie wiesen darauf hin, dass spätestens bei den Pfarrstellenkürzungen, die Ende 2019 anstehen, weitere Gemeindefusionen oder –kooperationen in den Blick genommen werden müssen. Mit Blick auf die kirchliche Statistik konnten sie für den Berichtszeitraum 1.1.2015 bis 1.6.2016 feststellen, dass die Zahl der Taufen gestiegen sei, was seinen Grund im wachsenden Interesse an der Taufe bei muslimischen Migranten und Flüchtlingen, besonders aus dem Iran, habe. In einigen Gemeinde werde daher ein besonderer Taufunterricht angeboten. Dass die Zahl der kirchlichen Bestattungen rückläufig ist, führten die Prodekane auf die nachlassende Kirchenbindung der Angehörigen zurück.

 

Beauftragte für Kindergottesdienst und Kirchentag

Die Evangelische Stadtsynode hat Andrea Kämper zur Dekanatsbeauftragten für den Kindergottesdienst berufen. Als Beauftragte für den Landesausschuss Hessen-Nassau des Deutschen-Evangelischen Kirchentags wählten die Synodalen Pfarrerin Henriette Crüwell von Sankt Peter sowie Sina Burghard.

 

Neubesetzung der Verwaltungsräte von drei Stiftungen

Für drei Stiftungen des Evangelischen Regionalverbandes hat die Dekanatssynode/Regionalversammlung die Verwaltungsräte neu besetzt. In die Evangelische Kirchenstiftung Frankfurt am Main wurden Pröpstin Gabriele Scherle, Stadtdekan Pfarrer Dr. Achim Knecht, Christian Brause, Andreas Baron von Koskull, Thomas Ruf und Dr. Wolfram Schmidt gewählt, in die Diakonie-Stiftung Frankfurt am MainStephan Friedrich, Jobst-Babo Graf von Harrach, Christiane Weispfenning, Brigitte Lüben, Annedore Strüning und Georgia von Holtzapfel sowie in die Evangelische Zukunftsstiftung Frankfurt am Main Dr. Wolfgang Busch, Jürgen Dornheim, Wolfram Sauer, Dore Struckmeier-Schubert, Barbara Mielert, Renate Ehlers und Dr. Thomas Dörken-Kucharz.

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