Ein fester Faktor des Frankfurter Kulturprogramms

06.09.2017

Der Mainzer Domorganist Daniel Beckmann kommt zum 1500. Konzert des Kirchenmusikvereins in die Heiliggeistkirche

Frank Hoffmann leitet aktuell das Konzertprogramm Foto: KMV

Konzertreihen kamen und gingen in Frankfurt – diese blieb: Zum 1500. Mal lädt der Kirchenmusikverein Frankfurt am Main e.V. am Sonntag, 17. September 2017, um 18 Uhr zu einem Konzert ein. Der Organist Professor Daniel Beckmann, 2016 zum ersten Mainzer Stadtmusiker ernannt, wird bei dem Jubiläumskonzert in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, Innenstadt, auftreten. Spielen wird er Werke von Johann Sebastian Bach, Julius Reubke und Carles Marie Widor. Das Konzert fällt in das Programm der Frankfurter Orgeltage 2017.

Beckmann, 2010 im Alter von 29 Jahren durch Karl Kardinal Lehmann zum Mainzer Domorganisten ernannt, lehrt an der Musikhochschule der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt. CD-Produktionen, Auftritte in zahlreichen Rundfunk- und Fernsehsendungen, Auszeichnungen wie die Aufnahme in die „Bundesauswahl Junger Künstler“ gehören zur Vita des ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen stammenden Organisten.

Der Organist der Heiliggeistkirche, Frank Hoffmann, der sich federführend um die Frankfurter Orgeltage kümmert und den Frankfurter Kirchenmusikverein leitet, freut sich, dass mit einem Orgelkonzert das Jubiläum „1500“ begangen wird, weist aber darauf hin, dass die Konzerte keineswegs auf das Tasteninstrument beschränkt sind. „Es stehen immer wieder auch große Ensembles auf der Bühne“, erzählt Hoffmann. Der Bachchor Mainz beispielsweise, geleitet von Ralf Otto, komme regelmäßig vom Rhein an den Main. Der renommierte Frankfurter Cäcilien-Chor schlägt hier auf.

26 Konzerte für 55 Euro im Jahr – dank der Unterstützung von Stadt und Kirche

55 Euro beträgt der Jahresbeitrag für den Kirchenmusikverein Frankfurt am Main – „26 Veranstaltungen können sie dafür kostenlos besuchen“, erläutert Hoffmann. In Anbetracht der Qualität des Programms mit Musikerinnen und Musikern aus dem In- und Ausland ein Angebot, das kaum zu übertreffen ist. Einzeltickets können auch von Nichtmitgliedern erworben werden, doch das reicht nicht, um das Programm zu finanzieren. Ohne die Unterstützung der Stadt Frankfurt und der Evangelischen Kirche Frankfurt am Main wäre das Niveau allein aus Mitgliedschaft und Eintrittskarten nicht zu halten. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die Mitglieder nicht nur die Konzerte in der Heiliggeistkirche besuchen können, sie bekommen dank einer langjährigen guten Zusammenarbeit mit der Alten Oper Zugriff auf günstige Eintrittskarten für ausgewählte symphonische Aufführungen im großen Saal der Alten Oper.

Anfänge in der Bornheimer Johanniskirche in der Nachkriegszeit

Angefangen hat die Konzertreihe 1950, „das war ganz klein, Herr Thrun ist damals von Haus zu Haus gegangen und hat Zettel eingeworfen“, erzählt Hoffmann. Arnold Thrun war der Initiator der Konzerte im Rahmen des damals noch „Freunde der Kirchenmusik“ genannten Vereins. In der Bornheimer Johanniskirche fanden in der Nachkriegszeit die ersten Konzerte statt, immer montags, „da war die Kirche vom Sonntag noch warm“, so Hoffmann. Der Andrang war groß. Neue Räume mussten rasch gesucht werden.

Auch heute noch sind die Konzerte in der Heiliggeistkirche gut besucht: Manche sind den Veranstaltungen des Kirchenmusikvereins seit Anfangstagen treu geblieben. Ernst Gerhardt, der inzwischen 95-jährige frühere Frankfurter Kämmerer, „sitzt oft im Publikum“, erzählt Frank Hoffmann. Viele andere kommen seit Jahrzehnten.

Hoffmann ist nicht bang um die Zukunft der Konzertreihe, „der Verein läuft gut so, wie es ist“. Es sei nun mal so, dass die Menschen in der „Rush Hour des Lebens“ – zwischen 30 und Mitte 50 - nicht so viel Zeit hätten, danach aber seien die Konzerte – die Musik pur bieten – ein willkommener Kulturgenuss.

Konzerteintritt 8/erm. 6 Euro

www.kmv-frankfurt.de

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