Indonesische Klänge passen bestens zu ghanaischen Rhythmen

09.11.2017

Nacht der internationalen Kirchenchöre in der evangelischen Sankt Katharinenkirche, Innenstadt

Ökumenepfarrer Michael Mehl am Tag seiner Amtseinführung Ende August Foto Rolf Oeser

Für Michael Mehl ist jetzt vieles das erste Mal: Kurz nach den Sommerferien hat er seine Stelle als Ökumenepfarrer des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurts angetreten, am Freitag, 17. November 2017, ab 19 Uhr, moderiert er erstmals eine Traditionsveranstaltung des internationalen Kirchenlebens in Frankfurt, die „Nacht der internationalen Kirchenchöre“ in der evangelischen Sankt Katharinenkirche, An der Hauptwache, Innenstadt. Der Internationale Konvent christlicher Gemeinden Rhein-Main e.V. lädt zu dem Konzert ein. Der 59 Jahre alte Theologe ist Geschäftsführer des Konvents, er moderiert an dem Abend die Auftritte der in Frankfurt ansässigen Chöre mit globalen Wurzeln.

Der Umgang mit Fremdsein am Wohnort ist Mehl aus eigener Erfahrung sehr vertraut. Zehn Jahre war er Pfarrer der Deutschsprachigen Synode evangelischer Gemeinden in Großbritannien und für den Seelsorgebezirk Schottland und Nordostengland zuständig. In den drei Jahren vor seiner Rückkehr nach Deutschland 2015 wirkte er dort auch als Senior der Synode. „Ich weiß, mit welchen Herausforderungen und Vorurteilen Gemeinden anderer Sprache und Herkunft zu tun haben. Ich habe das selbst erlebt.“

Viele Gespräche hat der neue Ökumenepfarrer in den ersten Wochen hier in Frankfurt geführt, seine eigenen Erfahrungen haben sicher dazu beigetragen, dass er im Umgang mit den Gemeinden das entsprechende Fingerspitzengefühl an den Tag legen kann. Gemeindliches und praktische Fragen wurden von den Menschen thematisiert, überrascht hat ihn, „wie groß der Bedarf an individueller Beratung ist“. Immer wieder wird Michael Mehl von Einzelnen um einen Gesprächstermin gebeten. In seinem Büro im Dominikanerkloster, dem Sitz der Evangelischen Kirche in Frankfurt am Main, werden zu Themen wie Taufe, zu sozial-diakonische Fragen und Seelsorgerlichem Gespräche geführt.

Einfühlungsvermögen braucht Mehl aus vielerlei Gründen, etwa wenn sich Gemeinden aufgrund von Konflikten in ihrem Heimatland auseinanderdividieren oder wenn die hier geborenen nachgewachsenen Generationen sich von der Traditionspflege der Eltern- und Großelterngeneration entfernen.

Am 17. November ist Mehl in der Katharinenkirche in Sachen Organisation und Moderation gefragt. Eritreische, ghanaische, indonesische, äthiopische, englischsprachige und deutschsprachige Christen ganz unterschiedlicher Ausrichtung - wie orthodox oder auch presbyterianisch-, werden an dem Abend singen. Eine Stunde bevor es losgeht, stimmen sie sich in einem Kurzworkshop noch einmal aufeinander ein, um dann zum Schluss gemeinsam das Lied „Bleib doch bei uns“ von Eugen Eckert singen – auch das eine kleine Tradition der Internationalen Nacht der Chöre. Oberhemd und Rock, nationale Tracht und Shirt – es gibt hier keine Bekleidungsvorschrift, sondern Vielfalt. Mehl freut sich drauf, „es ist doch so, Musik baut Brücken“.

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