Leseratte bedroht - Spenden für Kinder- und Jugendbücherei dringend erforderlich

05.10.2017

Fred Balke, Pfarrer der Evangelischen Philippusgemeinde im Riederwald, bittet um Unterstützung

Pfarrer Fred Balke kämpft für den Erhalt der "Leseratte"

„Ich glaube nicht, dass es ein Recht auf Bücher gibt. Aber es gibt ein Recht auf Bildung für Kinder“. Mit diesem programmatischen Satz des Pfarrers der Evangelischen Philippusgemeinde Fred Balke beginnt ein Video, mit dem das Kinder- und Familienzentrum Riederwald auf die akute Bedrohung der Kinder- und Jugendbücherei Leseratte im Riederwald aufmerksam machen will. Das Problem: Zwar wächst der Buchbestand genauso stetig wie die Anzahl der jungen Leser und Leserinnen, aber, so der im Riederwald tätige und für das KiFaZ verantwortliche Balke: „damit die Leseratte existieren kann, braucht es auch eine Person, die sich darum kümmert, dass die Bücher gepflegt werden und ausgeliehen werden können – eine Bibliothekarin“. Der hierfür notwendige Geldbetrag, der sich Balke zufolge „im unteren vierstelligen Bereich“ bewegt, kam bisher durch Spenden zusammen. Diese Spenden seien nun aber aufgebraucht, weshalb es dringend neuer Zuwendungen bedürfe. „Sonst besteht die Gefahr, dass wir die Leseratte nicht weiterbetreiben können.“

Versuch, in unterversorgtem Stadtteil Kindern zu Bildung zu verhelfen

Bemühungen, an neue Gelder zur Bezahlung der Bibliothekarin zu kommen, sind indes schon viele unternommen worden. „Wir haben etliche Verlage angeschrieben, um Unterstützung gebeten. Die Hilfsbereitschaft war auch immer groß. Nur können uns die Verlage in der Regel nur mit Büchern unterstützen, nicht aber mit Geld zur Bezahlung des Gehalts der Bibliothekarin“, erklärt Barbara Rettemeier, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums Riederwald. Die drohende Schließung der Leseratte ist umso dramatischer, als ihre Gründung selbst Reaktion auf die Auflösung der Stadtteilbibliothek im Riederwald im Jahr 2011 war: „Bis dahin gab es dort neben der Möglichkeit Bücher auszuleihen auch viele Angebote für Kinder und deren Familien, sowie für die Kindertageseinrichtungen des Stadtteils. Es war mir persönlich eine Herzensangelegenheit, durch den Aufbau der Kinderbücherei Leseratte, den Kindern den Zugang zu Büchern und zu Vorleseangeboten weiterhin zu ermöglichen“, so Barbara Rettemeier. Durch die Schließung der Leseratte würde der Riederwald, für den Pfarrer Balke mit einer Kinderarmutsrate von 80 bis 90 Prozent rechnet, weiter in die Isolation getrieben werden: „Der Riederwald ist isoliert. Es gibt zu wenig Angebote für Bildung – und dementsprechend gibt es auch keine Bildungserfolge“. „Welche Gefahren eine Entwicklung birgt, in der sich die Menschen immer mehr vernachlässigt fühlen, hat sich ja grad bei den Wahlen gezeigt – auch und gerade im Riederwald. Das muss doch zu denken geben“, mahnt Rettemeier an. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken und den Bestand der Leseratte zu sichern, hat das Kinder- und Familienzentrum Riederwald eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit der die zum Erhalt der Bücherei notwendigen Gelder eingetrieben werden sollen: „Es kann doch nicht sein, dass in Frankfurt jedes Jahr eine Buchmesse stattfindet, für die Unsummen ausgegeben werden, während gleichzeitig den Lesern von morgen der Zugang zu eben jenen Büchern entzogen wird“, so Felix Mayer, der zusammen mit Barbara Rettemeier die Leitung des Kinder- und Familienzentrums Riederwald inne hat.

Ein Film über die Leseratte, Bildung im Riederwald und das Spendenprojekt: hier

Der Link zur Crowdfunding-Kampagne: https://sponsort.de/projekt/57

Spendenkonto: KiFaZ Riederwald EKK Bank IBAN: DE91 5206 0410 0004 0001 02 BIC: GENODEF1EK1 Verwendungszweck: 2210 00 2200

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