Mit Gott überspringe ich Mauern

04.09.2015

Das Programm der Kirchen zum Tag der Deutschen Einheit vom 2. bis 4. Oktober 2015 in Frankfurt

Liebe Frankfurterinnen und Frankfurter, liebe Gäste!

„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ heißt es im Psalm 18. Unzähligen Menschen in der DDR ist das in der friedlichen Revolution von 1989 gelungen, viele von ihnen waren gläubige Christen. Die Erinnerung daran macht uns Mut für heute! Viele andere mussten in den Jahrzehnten zuvor den Versuch, die real existierende Mauer des SED-Regimes zu überwinden, mit dem Leben bezahlen. Ihnen gelten unsere Gebete.

Wir sind dankbar für 25 Jahre Deutsche Einheit und freuen uns an dem immer besser gelingenden Miteinander. Deshalb laden wir Sie herzlich ein, auf dem Frankfurter Römerberg und an anderen Stellen der Stadt Zeitzeugen zu hören und mit uns zu feiern.

Aber auch das wiedervereinigte Deutschland ist nicht frei von Mauern: Weltweite Flüchtlingsströme, die Zuwanderung von Menschen auf der Suche nach Frieden, Sicherheit und Arbeit, das Zusammenleben von Bürgern verschiedener Kulturen in wechselseitigem Respekt fordern uns heraus. Allzu oft spüren wir die Mauern in unseren Köpfen, die ein friedliches Miteinander erschweren und manchmal sogar unmöglich machen. Auch darauf möchten wir mit unserem vielfältigen Programm auf dem Römerberg aufmerksam machen und Impulse geben, diese Mauern niederzureißen.

Seien Sie dabei!

Achim Knecht
Evangelischer Stadtdekan von Frankfurt

Johannes zu Eltz
Katholischer Stadtdekan von Frankfurt

Norbert Welski
Vorsitzender Evangelische Allianz Frankfurt

 

Das Programm

Freitag, 2. Oktober, 18.00 bis 24.00 Uhr

Nacht der Kirchen – Grenzen überwinden

Kirchenräume einmal anders erleben - bei der Nacht der Kirchen, von 18 Uhr bis Mitternacht: Am Vorabend zum Tag der Deutschen Einheit laden Frankfurter Kirchen und ein Info-Punkt zu Musik, Text, Film, Ausstellungen oder Kunstinstallationen ein.

In der ev. Stadtkirche St. Katharinen an der Hauptwache locken Videoinstallationen unter dem Titel „25 Jahre Wiedervereinigung – Maybe“: Nur Ja und Amen zu 25 Jahren Wiedervereinigung? Gegensätze aushalten: Ja – Nein – Maybe.
(Fr 18–24 Uhr, Sa 13–22 Uhr, So 12–18 Uhr)
www.st-katharinengemeinde.de

In der kath. City-Kirche Liebfrauen, Kapuzinerkloster am Liebfrauenberg, gibt es Musik - Texte - Film – Lichtinstallationen zur Zeitenwende (Fr ab 20 Uhr), im benachbarten kath. Info-Punkt punctum Gespräch und Begegnung.
www.liebfrauen.netwww.punctum-katholisch.de

In der Alten Nikolaikirche am Römerberg zeigt die Ev.-luth. St. Paulsgemeinde die Plakat-Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft, Berlin: „Wir müssen schreien, sonst hört man uns nicht!“ – Frauenwiderstand in der DDR der 1980er Jahre. Während der Nacht der Kirchen stehen Menschen für Führungen und Gespräche zur Verfügung.
(Fr ab 20 Uhr, Sa und So ganztägig)
www.paulsgemeinde.de

In der ev. Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Mainufer locken Talk, Jazz, Orgel. Menschen erzählen davon, wie sie Grenzen überwunden haben. „Ossis und Wessis“ aus Frankfurt, eine ehemalige Ministerpräsidentin, ein Religionssoziologe, ein Flüchtling aus Eritrea.
(Fr ab 19.30 Uhr)
www.dreikoenigsgemeinde.de

In der freikirchlichen Adventgemeinde Frankfurt-Zentrum, Eschenheimer Anlage 32, heißt es „Grenzen überwinden: heute – vor 25 Jahren – vor 2000 Jahren“ mit Gesprächsrunden, Musik aus Ghana und Korea, Erfahrungen eines Zeitzeugen und einer musikalischen Andacht.
(Fr ab 20 Uhr)
www.adventgemeinde-ffm.de

In der evangelischen jugend-kultur-kirche sankt peter. Stephanstr. 6, wird die Ausstellung „Being German – Deutsch sein – Alman Olmak“, ein Projekt mit Jugendlichen aus Frankfurt und Erfurt gezeigt.
(Fr 19–23 Uhr/Sa und So ganztägig)
Um 23 Uhr Lila Stunde: Gebet für Nachtschwärmer.
www.sanktpeter.com

Um 0 Uhr findet in allen beteiligten Kirchen zum Auftakt des 3. Oktober ein gemeinsames Friedensgebet statt.

 

Samstag, 3. Oktober, 12.00 Uhr

Kantatengottesdienst in Sankt Katharinen zum 25. Tag der Deutschen Einheit

Zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit gibt es am Samstag, 3. Oktober 2015, um 12 Uhr, einen Kantatengottesdienst in der evangelischen Sankt Katharinenkirche an der Hauptwache in Frankfurt. Die Bachkantate "Gott der Herr ist Sonn und Schild" BWV 79 wird aufgeführt von Vokalsolisten, Professoren und Studierenden der Musikhochschule Frankfurt, der Kantorei St. Katharinen, dem Bach-Collegium Frankfurt-Wiesbaden. Die musikalische Leitung liegt bei Michael Graf Münster. Die Orgel spielt Professor Martin Lücker. Die Predigt und Liturgie hält Prof. Dr. Christoph Markschies von der Humboldt-Universität Berlin.

Samstag, 3. Oktober, 14.00 Uhr

Musikalische Grenzüberwindungen in der Heiliggeistkirche

Musikalische Grenzen werden am Samstag, 3. Oktober 2015, bei einem Konzert in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, Innenstadt, überwunden: Das Evangelische Stadtdekanat Frankfurt lädt zu einem Konzert unter dem Titel „Musikalische Grenzüberwindung“ ein, die Federführung liegt bei dem Kirchenmusiker Michael Riedel. Das Programm startet um 14 Uhr mit „Old/New". Zu hören sind „unklassische" Kompositionen für klassische Besetzung, dargeboten von Moritz Görg, Trompete und Michael Riedel, Orgel. Um 15 Uhr heißt das Motto dann „Zeit/Figuren“, erklingen wird die Erstaufführung des 2015 veröffentlichten Orgelzyklus von Dominik Susteck, es spielt Christof Pülsch.

Fortgesetzt wird das Programm um 16 Uhr mit „Fusion/Elektronik“, Experimentelles für Orgel, Elektronik und andere Instrumente erwartet das Publikum bei dieser Kooperation mit der Frankfurter Musikhochschule, die Matthias Lang, Schlagzeug und Tobias Hagendorn, Orgel, präsentieren.

„Grenzenlos/ Unverschämt“ ist der Abschluss überschrieben, dahinter verbergen sich Improvisationen für Stimme, Percussion und Orgel über Psalmen der Bibel. Silvia Sauer, Gesang, Günter Bozem, Percussion und Tobias Koriath, Orgel, führen sie aus.

Samstag, 3. Oktober, 17.30 Uhr

Friedensgebete in der Stadt

Friedensgebete mit prominenten DDR-Zeitzeugen, die an den Friedensgebeten vor der Wende beteiligt waren:

17.30 Uhr
- Kolpinghaus, Lange Str. 26
- Sankt Ignatius-Kirche, Gärtnerweg 60
- Deutschorden, Brückenstr. 3
- Weißfrauen Diakoniekirche, Gutleutstr. 20
- Trinitatis-Kirche, Theobald-Christ-Str. 23
18.00 Uhr
- Heiliggeistkirche, Dominikanerkloster, Dominikanergasse
- Liebfrauenkirche, Kapuzinerkloster am Liebfrauenberg

Von allen Orten führen anschließend Kerzenprozessionen zum zentralen Gottesdienst auf den Römerberg.

 

Samstag, 3. Oktober, 19.00 Uhr

Ökumenischer Dank- und Fürbittgottesdienst

Auf der Bühne der Kirchen auf dem Römerberg wollen wir Gott danken für das Geschenk der Einheit und ihn bitten, die Menschen in unserem Land auch weiterhin mit seiner Gnade zu leiten. Impulse von Pfarrer Rainer Eppelmann, ehemaliger DDR-Oppositioneller, dann CDU-Politiker und Minister für Abrüstung und Verteidigung in der letzten DDR-Regierung

Musik von Judy Bailey und Band

20.00 – 21.30 Uhr: Liveschaltung nach Leipzig

 

Freitag, 2. Oktober, bis Sonntag, 4. Oktober

Bühne der Kirchen auf dem Römerberg

Frankfurts „Gudd Stubb“, der Römerberg, wird vom 2. bis 4. Oktober zum Ort der Begegnung.

Auf der Bühne vor der Alten Nikolaikirche gibt es Musik, Gespräche und Performance: Gospelchöre, Chöre aus muttersprachlichen Gemeinden, Ethno-lnstrumentalgruppen und lnklusionsbands, Gesprächsrunden mit Zeitzeugen der friedlichen Revolution wie mit Akteuren in Flüchtlingsprojekten. Dazu Karikatur-Ausstellung, Mal-Performance, Schreibwerkstatt, Willkommensprojekte, Flüchtlingsboot…

Freitag, 2. Oktober, 15.00–21.30 Uhr
Zeitzeugen: Steffen Reiche (Kulturminister a.D.), Christine Lieberknecht (MP Thüringen a.D.), Erhard Heisse u.a.
Musik:
16.00 Uhr Claudia Lemperle Band
18.00 Uhr EZB-Gospelchor
19.00 Uhr Gospelchor Eisenach und Oberissigheim
20.15 Uhr Verylives (Band)

Samstag, 3. Oktober, 11.00–19.00 Uhr
Zeitzeugen: Vera Lengsfeld (MDB a.D.), Friedrich Magirius (Stadtdirektor Leipzig) u.a.
Musik:
11.00 Uhr Brothers & Sisters Gospelchor
14.00 Uhr Pur Gospel
16.00 Uhr Atterberry- Choir und Frankfurter Gospelchor

19.00 –20.00 Uhr
Internationaler ökumenischer Dank- und Fürbittgottesdienst
(Direktübertragung bei Bibel TV)

Sonntag, 4. Oktober, 11.00–18.00 Uhr
Zeitzeugen: Astrid Eichler, Harald Bretschneider, Manfred Kern u.a.
Musik:
11.00 Uhr – 17.00 Uhr New Spirit Gospel Choir
13.00 Uhr Xang Gospelchor
14.00 Uhr Grenzenlos Gospelchor
15.00 Uhr Celebration Choir

Und außerdem:
starten am 3. Oktober, der seit 1997 auch der Tag der offenen Moschee ist, um 14 Uhr und um 16:30 Uhr am Gesprächszelt Führungen in Frankfurter Moscheen – unter katholischer und evangelischer Leitung.

 

Samstag, 3. Oktober

Wall City: Suchet der Stadt Bestes – 4 Orte in der Stadt, wo du Mauern überwinden kannst

Die Evangelische Jugend Frankfurt am Main veranstaltet gemeinsam mit der Katholischen Jugend Frankfurt am Main eine Aktion, bei der Jugendliche aktiv werden können. An vier Stationen in der Frankfurter Innenstadt treffen Gegensätze wie Armut und Reichtum, Freiheit und Flucht, Rassismus und Gerechtigkeit aufeinander und laden zum Nachdenken und Diskutieren ein.

Was macht dein Leben reich?
Katharinen-Kirche, An der Hauptwache (Innenstadt)
Welchen Stellenwert hat Geld für dich und für andere? Suche mit uns Wege zu persönlichem „Reichtum“ und sammle Ideen, um die Mauern, die dir im Weg stehen, zu überwinden.

Deutsch, deutscher, am deutschesten
sankt peter, Stephanstraße 6 (Innenstadt)
Was braucht es, um bei uns dazuzugehören? Hinterfrage die „deutsche“ Mauer in den Köpfen und fordere Klischees wie Gartenzwerg und Sauerkraut heraus.

Mauern zu Gott
Immanuel-Gemeinde, Schulstraße 50-52 (Sachsenhausen)
Und wie ist das mit der Beziehung zu Gott? Mauerst du da oder denkst du dabei: „Langweilig“, „abgehoben“ oder „Da habe ich so viele Fragen“... Erforsche, ob Gott vielleicht ganz anders ist, als du denkst.

WELCOME!!?
Kolpinghaus, Lange Straße 26 (Innenstadt)
Fühlen sich Fremde bei UNS willkommen? Vor welchen Mauern stehen sie? Was ist deine Rolle? Gestalte zusammen mit jugendlichen Flüchtlingen im Kolpinghaus Mauern und komm ins Gespräch!

 

Freitag, 2. Oktober, bis Sonntag, 4. Oktober

Die „LichtKirche“ im Metzlerpark

Die evangelischen Landeskirchen in Hessen präsentieren unter dem Motto „Gott. Sei. Dank!“ ein umfangreiches Programm: Die LichtKirche steht für die Hoffnung und Kraft, die Menschen dazu beflügelt, Grenzen zu überwinden und Neues zu wagen. Am Samstag werden Äpfel verteilt: exakt 9125 Stück – für jeden Tag der Einheit seit 25 Jahren. Auf der Kulturbühne neben der LichtKirche sind der Musiker Samuel Harfst mit Band (Fr 19h), die Sängerin Eva Lind und der Autor Wolfgang H. Weinrich (Sa 16h) sowie der Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers mit seiner Band „Radio Doria“ (So 16h) mit dabei. Gospelchöre und die „Frankfurt City Blues Band“ (Sa 19h) laden zum Mitgrooven ein. Zahlreiche Gäste erzählen von ihren „Grenzerfahrungen“. Nicht zuletzt mit dem Open-Air-Gottesdienst am Sonntag (12h) wird der Park am Schaumainkai zu einem lebendigen Ort der Begegnung.

Mehr unter www.lichtkirche.de

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