"Miteinander leben, voneinander lernen"

31.10.2017

Oberbürgermeister Feldmann und Stadtdekan Knecht anlässlich des Reformationsjubiläums in der Paulskirche

Frankfurs Oberbürgermeister geleitet die Festrednerin Julia Helmke zu ihrem Platz in der Paulskirche. Foto Heike Lyding/Stadt Frankfurt

Bei der Gedenkstunde anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann in der Paulskirche: „Es ist ein großes Verdienst der protestantischen Kirche, dass sie auf den Dialog der Religionen setzt, dass sie offen für den Austausch ist. Nur wenn wir miteinander leben und voneinander lernen, über alle vermeintlichen Unterschiede hinweg, können wir einander verstehen und von bloßer Toleranz zu Akzeptanz finden. Dies kann und soll nicht der Staat oder die Stadt allein leisten, sondern es ist eine Aufforderung an jeden Einzelnen, mit Neugier aufeinander zuzugehen. Unser Frankfurt ist vielleicht ein Modell: Der Dialog zwischen unseren verschiedenen Religionen ist beispielgebend, so wie die gelebte Ökumene. Mein ausdrücklicher Dank an die Evangelische Kirche, denn sie ist nicht nur offen dafür, sondern sie schafft Räume für diesen Diskurs und treibt ihn an. Wir freuen uns sehr auf den Ökumenischen Kirchentag 2021 hier in unserer Heimat

Der Evangelische Stadtdekan, Dr. Achim Knecht, hob in diesem Zusammenhang hervor: „In jedem Menschen gibt es aufgrund der Zuwendung Gottes etwas Unantastbares, das ihm Freiheit und eine unverlierbare Würde verleiht. Das ist für uns ein bis heute wichtiger Impuls der Reformation. Die Evangelische Kirche bejaht darum die Pluralität von Meinungen und Glaubensüberzeugungen in unserer Gesellschaft. Sie versucht aber, das Gemeinwesen mit zu gestalten und Frieden und Gerechtigkeit in einem umfassenden Sinn zu fördern. Für die Evangelische Kirche ist es selbstverständlich, mit allen Menschen und gesellschaftlichen Gruppen guten Willens zusammenzuarbeiten und den Dialog zu pflegen.“

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Der Eltviller Künstler Michael Apitz baute tags zuvor in der Paulskirche aus vielen kleinen Teilen ein Lutherportrait zusammen. Foto Rolf Oeser

Die Festrednerin und Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchtages, Professorin Julia Helmke, sagte: „Kaum eine Stadt passt deshalb besser als Gastgeberin für einen Kirchentag als Frankfurt. Eine Stadt, in der Vielfalt und Unterschiedlichkeit Markenzeichen sind, mit einer Bürgergesellschaft, in der die Welt zu Hause ist. Die Vervielfältigung des christlichen Glaubens ist diejenige Facette der Reformation, für die die Stadt Frankfurt steht. Denn in keiner anderen Stadt in Deutschland gibt es so viele verschiedene Kulturen, christliche Kirchen und verschiedene Religionsgemeinschaften. So geht Reformation im besten Sinne des Wortes weiter, wenn nach diesem so ökumenischen und internationalen Reformationsjahr 2017 der dritte Ökumenische Kirchentag 2021 hier in Frankfurt geplant ist und vorbereitet wird.“

Das Redemanuskript der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Professorin Julia Helmke: hier

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