NPD von den Straßen und Plätzen auf friedliche Weise fernhalten

29.04.2013

Evangelische Kirche setzt am 1. Mai in der Stadt zahlreiche Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit

Aufdem Römerberg, aber nicht nur da, wird die evangelische Kirche am Mittwoch, 1.Mai, Präsenz gegen Rechts zeigen: Nach der Entscheidung des FrankfurterVerwaltungsgerichts vom Freitag in der Nähe des Ostbahnhofs eine Kundgebung derNPD zuzulassen, weist Pfarrer Dr. Gunter Volz, Profilstelle fürGesellschaftliche Verantwortung in den Dekanaten Mitte/Ost und Süd undKoordinator für die evangelischen Aktivtäten gegen Rechts darauf hin, dass esneben den bereits bekannten Veranstaltungen weitere geben wird: "Gallusgibt Gast" ist das Motto des gemeinsamen Frühstücks mit Musik, Programmund Information, zu dem der Stadtteil-Arbeitskreis, der regionalePräventionsrat, die evangelische und die katholische Kirchengemeinden und dieMoscheevereine im Gallus einladen. Von 11 bis 14 Uhr wird auf derHufnagelstraße, in der Nähe der Günderrodeschule eine Tafel aufgebaut. DieGruppe Gallus Donner macht Musik, die Band der Tarik-Moschee spielt, zumSchluss tritt Friendly Fire aus Rödelheim auf. Jugendliche, die diePaul-Hindemith Schule besuchen, werden erzählen, was ihnen an Nazis nichtpasst. Zu sehen sind im Rahmen des Vormittags Ausstellungen des SportkreisesFrankfurt und des Gallus Zentrums. An einem Infostand wird aktuell von denBlockaden gegen den Naziaufmarsch berichtet.

„Fürein tolerantes, weltoffenes Frankfurt“ wird die EvangelischeMaria-Magdalena-Gemeinde, Sachsenhausen, ein Zeichen setzen. Von 12 bis 13 Uhrfindet auf dem Diesterwegplatz vor dem Südbahnhof eine Gedenkstunde statt, inder erinnert wird an  Dr. Georg Kalischer, wohnhaft in der Lukasgemeindein Sachsenhausen und mit dieser eng verbunden. Er wurde am 11. November 1938zur Messehalle und von dort via Südbahnhof ins KZ Buchenwald deportiert. Am 28.November wurde er todkrank nach Frankfurt entlassen, wo er am 1. Dezemberstarb. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestattete ein Pfarrer derLukasgemeinde Kalischer auf dem Südfriedhof. „Diese Erinnerung soll uns undandere davor bewahren, erneut politischen Bewegungen mit einem menschenverachtenden,unchristlichen Menschenbild Raum in unserer Stadt zu geben. Wir stehen fürToleranz und Aufgeschlossenheit im Umgang mit Menschen anderer Herkunft, einesanderen Glaubens und anderer politischer Überzeugungen“, heißt es in einerMitteilung der Gemeinde.

Auchim Frankfurter Norden wird Flagge gegen die NPD-Aktivitäten gezeigt: Um 11 Uhrwird auf dem Park- und Rideplatz an der U-Bahn-Haltestelle Kalbach, von derEvangelischen Miriamgemeinde und der Evangelischen Kirchengemeinde Am Bügel einGottesdienst gefeiert unter dem Motto: „Frankfurt ist bunt“.

„Fechenheimist bunt“ heißt es am 1. Mai beim Stadteilfest von 12 bis 16 Uhr an derMainkur. Gestartet wird um 10.30 Uhr an der Endstation Schießhüttenstraße miteinem „Sternmarsch“ gegen Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.Über die Zwischenstationen Schwimmbad, Fuldaer Straße, Schulgelände KonstanzerStraße geht es zur Mainkur, wo dann Grillen, Spielen, Basteln, eine Ausstellungund vieles mehr auf dem Programm steht. Organisiert wird der Tag in Fechenheimvon der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt-Fechenheim, der KatholischenHerz Jesu Gemeinde, Fechenheim, der Türkischen Kulturgemeinde Fechenheim e.V.und dem Regionalrat Fechenheim.

Aufdem Römerberg spricht – wie angekündigt – die Vorstandsvorsitzende desEvangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, bei der Kundgebungum 11 Uhr für das Römerbergbündnis. In einem Schreiben, das sie gemeinsam mitder Pröpstin für Rhein-Main Gabriele Scherle an die Frankfurter Pfarrerinnenund Pfarrer gerichtet hat, wird für das Engagement der Gemeinden in Form vonAndachten und Straßenfesten dem Aufmarsch von Rechts etwas entgegenzusetzen,gedankt -  „damit die Neo-Nazis keine Ausweichmöglichkeiten haben“.

EinenAufruf, bei  der von der jugend-kultur-kirche sankt peter organisiertenAktion „Chillen gegen Rechts“ am 1. Mai auf dem Friedberger Platz dabei zusein, hat  die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau am Montag, 29.April, veröffentlicht: „Die Evangelische Jugend der EKHN steht für einetolerante und weltoffene Gesellschaft und spricht sich deutlich gegen jede Formvon Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Ausgrenzung aus. Daher sind alledemokratischen Kräfte aufgefordert, dafür einzutreten.“ Frankfurt müsse ein Ortfür Demokratie, der Völkerverständigung, weltoffen und gastfreundlich bleiben,heißt es da unter anderem.

Dieevangelische Kirche lädt dazu ein, bei der zentralen Veranstaltung sowie in denStadtteilen dabei zu sein. Eine Übersicht zu den Veranstaltungen am 1. Mai:

Römerberg, Innenstadt, 11 Uhr,Kundgebung des Römerbergbündnisses

FriedbergerPlatz,Nordend, 11 bis 15 Uhr, „Chillen gegen Rechts“ – organisiert von sankt peter

Hufnagelstraße,Nähe Günderrodeschule,Gallus: 11 bis 14 Uhr, "Gallus gibt Gast"

Kaisersack, Innenstadt, 11 Uhr,Gottesdienst gegen Rechts, organisiert von den Kirchengemeinden Sankt Antonius(katholisch), Evangelische Personalkirchengemeinde Christus Immanuel, Evangelische Hoffnungsgemeinde, Oromogemeinde und Rumänische Gemeinde

Park-and-Ride-Platz an der U-Bahn-Haltestelle Kalbach, 11 Uhr,Gottesdienst Evangelische Miriamgemeinde, Evangelische Gemeinde Am Bügel

Paul-Arnsberg-Platz, Ostend, 12 Uhr,Mittagsgebet, Evangelische Sankt Nicolai-Gemeinde und die Trinitatis-Gemeindeder Selbständig-Evangelisch-Lutherischen Kirche mit ihrem Posaunenchor, 16 UhrSchlussgebet veranstaltet von der Evangelischen PersonalkirchengemeindeNord-Ost, Bornheim

Diesterwegplatzvor dem Südbahnhof,Sachsenhausen, 12 Uhr, Gedenkstunde (Evangelische Maria-Magdalena-Gemeinde)

Mainkur, Fechenheim, 12 bis16 Uhr, Fechenheim ist bunt“, 10.30 Uhr Sternmarsch dorthin ab EndstationSchießhüttenstraße

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