Spenden zugunsten der Friedenskirche in Schweidnitz

11.09.2014

Babo Graf Harrach engagiert sich für das bedeutende Weltkulturerbe

Der Frankfurter Babo Graf Harrach ist im Dienste des Johanniterorders häufig in Niederschlesien unterwegs. Er kennt die 1655 errichtete Friedenskirche in Schweidnitz (polnisch Swidnica) von vielen Besuchen und setzt sich für den Erhalt der Kirche ein: Wir müssen helfen, dieses bedeutende Kulturgut zu erhalten und dieser wunderbaren Kirche wieder ihre Stimme zu geben.“ Die Friedenskirche ist die größte Fachwerkkirche Europas und bietet 7.500 Gläubigen Platz. Im Jahre 2001 wurde die Friedenskirche in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Von Harrach liegt besonders die große Schlag-Orgel am Herzen: „Diese Orgel ist eines der wenigen erhaltenen Instrumente der Spätromantik in Europa; sie ist seit Jahren verstummt. Wenn die Orgel restauriert ist, wird sie wieder mit einer beträchtlichen Klangfülle beeindrucken.“

Im Februar 2014 wurde die Entscheidung des „Norwegischen Kultur Fonds“ bekannt, die Renovierung der Friedenkirche zu fördern. Dieser Fonds der norwegischen Erdölindustrie setzt sich für den Erhalt von herausragenden Kulturdenkmalern in Europa ein und übernimmt 85 Prozent der mit 3,5 Millionen Euro veranschlagten Kosten. Renoviert werden die Orgel, eine umfassende Bibliothek und wertvolle Denkmäler auf dem benachbarten Friedhof.

Ungefähr 500.000 Euro müssen aber noch aus Eigenmitteln und aus Spenden aufgebracht werden. Die Gemeinde hat nur etwa 100 Mitglieder, ihr muss man helfen. Dafür engagiert sich Graf Babo von Harrach – neben seinen Ehrenämtern als Schatzmeister des Fördervereins der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau  e.V., als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main und Schatzmeister der Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V.

Spenden sind willkommen und werden von den deutschen Steuerbehörden als abzugsfähig anerkannt.

Spendenkonto in Görlitz:
Kontoinhaber: Friedenskirche Schweidnitz
IBAN DE54 3506 0190 1567 2220 19
KD-Bank für Kirche und Diakonie

Weitere Gelder sollen Benefizkonzerte einbringen, die Graf von Harrach in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden organisiert. Hierbei werden insbesondere die Friedenskirchengemeinden angesprochen und gebeten zu helfen. Am 25. Juli 2015 beispielsweise wird ein Benefizkonzert im Altenberger Dom stattfinden.

Weitere Termine in Frankfurt, Hannover und Ravensburg sind in der Planung.

Es ist  zu erwarten, dass die Friedenskirche von der Aufmerksamkeit rund um das im Herbst geplante Treffen von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem polnischen Präsident Bronislaw Komorowski profitieren wird. Das Treffen beider Staatsoberhäupter soll anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der deutsch-polnischen Aussöhnung in der Kirche stattfinden.

Hintergründe zur Friedenskirche:

Die kleine Gemeinde in Schweidnitz hat heute 100 Mitglieder. Sie war und ist nicht allein in der Lage, die notwendigen Geldmittel für ihre außergewöhnliche Kirche und Orgel aufzubringen. In den vergangenen Jahren ist die Kirche mit Mitteln öffentlicher Stellen und privater Spender an verschiedenen Stellen renoviert worden. Das Dach ist dicht, es regnet nicht mehr in die Orgel rein.
Zur Ausstattung der großen Fachwerkkirche gehören eine kleinere Orgel im Altarraum und eine große Orgel auf der gegenüberliegenden Westempore, die sogenannte Schlag-Orgel. Die Schlag-Orgel ist etwas ganz Besonderes: Sie ist eines der wenigen Instrumente dieser Art in Europa, die 60 Register sind noch erhalten. Seit ihrer Inbetriebnahme 1907 wurde diese Orgel noch nie generalüberholt und hat jetzt ihre Stimme verloren. Es ist aber nicht nur die Orgel, die renovierungsbedürftig ist. Die Kirche verfügt über eine 12.000 Bände umfassende Bibliothek, die nicht adäquat untergebracht ist. Außerdem befindet sich neben der Kirche der Friedhof mit Grabsteinen aus fast vier Jahrhunderten; auch hier soll eine „Wiederherstellung“ erfolgen, um die die wertvollen Denkmäler zu retten.

Die große Kirche wird nicht nur von der evangelischen Gemeinde zum Gottesdienst genutzt, sondern auch von jährlich 60.000 Touristen aus aller Welt besucht. Die Kirche ist nicht nur ein bedeutendes kulturelles Erbe, sie ist auch ein Symbol für unerschütterlichen Glauben und Frieden: Schon ihre Entstehung war eine Besonderheit: Sie war eine von drei Kirchen, die durch die Intervention der Schweden und einiger protestantischer Reichsfürsten nach dem Westfälischen Frieden (1648) erbaut werden durfte. Kaiser Ferdinand III wurde das Zugeständnis abgerungen, die Kirchen für die evangelische Bevölkerung vor den Toren dreier Städte zu erbauen. Die Kirchen mussten vor der Stadt aus Holz, Lehm und Stroh errichtet werden, die Bauzeit durfte nur ein Jahr betragen.

Die Gemeinde hat auch um ihre Kirche gekämpft als Kanonenkugeln einschlugen und ein Brand ausbrach. Eine russische Fliegerbombe im zweiten Weltkrieg entpuppte sich zum Glück als Blindgänger.

Es ist ein Wunder, dass es die Kirche noch gibt, dieses Wunder muss bewahrt werden.

Zurück