Wenn Worte zu Taten werden

13.09.2017

Spenermedaille an Helga Häfner und Fred von Heyking verliehen

Für ihr gemeindliches Engagement für den Weltgebetstag, der alljährlich am ersten Freitag im März weltweit begangen wird und für Frauen, die in Frankfurt in Haft sind, hat sich die gelernte Kinderpflegerin Helga Häfner in den vergangenen Jahrzehnten besonders engagiert. Gewürdigt wurde der Einsatz der Vorsitzenden des Stadtverbands Frankfurt der Evangelischen Frauen heute mit der Verleihung der Philipp-Jakob-Spener-Medaille. Die Auszeichnung, mit der ehrenamtliches Engagement für die Evangelische Kirche in Frankfurt am Main geehrt wird, ging zudem an Fred von Heyking, Jahrgang 1937, der sich seit langem in der Evangelischen Regenbogengemeinde, Sossenheim, früher Dunant- und Tiberiasgemeinde, engagiert. Der aus der Gegend von Riga stammende frühere kaufmännische Mitarbeiter der GTZ, heute GIZ, hat sich als im Kirchenvorstand nicht nur um den Fusionsprozess gekümmert, er trug auch Verantwortung für die pädagogischen Mitarbeiter der Gemeinde, auf Stadtebene engagierte er sich in der Evangelischen Regionalversammlung.

„,Das Wort Gottes reichlich unter uns zu bringen‘, das hat Helga Häfner immer schon bewegt“, sagte Pfarrerin Christine Streck-Spahlinger, Mitglied des Vorstandes der Evangelischen Kirche in Frankfurt am Main und Pfarrerin der Evangelischen Nazarethgemeinde, Eckenheim, in ihrer Laudatio. In der Jugend engagierte sich Häfner in der Evangelischen Versöhnungsgemeinde im Frankfurter Gallus, dort traf sie auch ihren Ehemann Gerhard. Seit den siebziger Jahren wohnt das Paar am Dornbusch und betätigt sich auf vielerlei Weise in der Dornbuschgemeinde. Selbst einer der beiden Söhne, Jahrgang 1975, sitzt dort inzwischen neben dem Vater im Kirchenvorstand. Der ältere Sohn gehört in seiner Heimatgemeinde im Taunus dem Kirchenvorstand an.

In den achtziger Jahren stieß Helga Häfner zum Frauenkreis der Dornbuschgemeinde. Ab 1993 leitet sie ihn. In dieser Funktion arbeitete sie mit im Stadtverband der Evangelischen Frauenhilfe, seit 2009 ist sie Vorsitzende des Zusammenschlusses, der sich 2010 einen neuen Namen gab: „Evangelische Frauen – Stadtverband Frankfurt am Main e.V.“ Streck-Spahlinger zitierte in ihrer Ansprache aus der Satzung: „Der Verband trägt, stärkt und fördert Frauen in ihrem Glauben sowie in ihren Tätigkeiten in ihren Frauengruppen, Ortsgemeinden, Kirchengemeinden und in der Gesamtkirche.“ Die Rednerin dankte Häfner: „dass sie ihre Gaben und Erkenntnisse einbringen“. Im Sinne des Namensgebers der Auszeichnung verwandle sie die Worte in Taten.

Über die anstehende Konfirmation eines Kindes stieß von Heyking, der von Riga aus über Polen an den Main kam, einst zum Gemeindeleben. Der frühere Dekan Hans Blum habe ihn dazu gebracht, „der ist hingegangen und hat die Eltern besucht“. Das hatte Folgen: 1982 erhielt von Heyking die Bevollmächtigung zum Prädikanten, die Beauftragung als fortgebildeter Laie Gottesdienste zu halten, 1986 trat er in den Kirchenvorstand der Dunantgemeinde ein. Daraus erwuchs so einiges. 30, 40 Stunden hat er monatlich für das Ehrenamt verwandt, bevor er diesen Sommer kürzertrat, der eigenen und der Gesundheit seiner Frau zuliebe.

Auch bei den von Heykings erstreckt sich das kirchliche Engagement auf die ganze Familie. Seine Frau hat lange Jahre im Gemeindebüro der Regenbogengemeinde gearbeitet, seine Tochter übernahm gleichfalls gemeindliche Verwaltungsaufgaben. Er selber hat auch ein Händchen für Zahlen und Organisation. Die berufliche Tätigkeit in der Entwicklungshilfe, wo er von Eschborn aus, Aktivitäten im arabischen Raum koordinierte, kam ihm da auf vielerlei Weise zupass. Organisationstalent, schnelles Reagieren und Umgehen mit anderen Kulturen – das war auch im Ehrenamt gefragt.

Hintergrund
Die Philipp-Jakob-Spener-Medaille ist als Auszeichnung für Personen gedacht, die sich in besonderer Weise um die Erfüllung des kirchlichen Auftrags verdient gemacht haben in der Stadt Frankfurt. Benannt ist sie nach Philipp-Jakob Spener, der im 17. Jahrhundert Senior des Predigerministeriums und damit Erster Pfarrer der Frankfurter Pfarrerschaft war und der mit seienr programmatischen Schrift „Pia Desideria“ zum Begründer des Pietismus wurde. Der Evangelische Regionalverband hat die Spenermedaille, die in der Höchster Porzellanmanufaktur gefertigt wird, 1999 aus Anlass seines hundertjährigen Bestehens gestiftet.

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