Zum Himmel offen und den Menschen zugewandt

04.09.2017

Die Kirchengemeinde Hausen eröffnet ihr neues Gemeindehaus

Groß war das Interesse an der Besichtigung des neuen Gemeindehauses in Hausen alle Fotos Rolf Oeser

Gestern hat die Evangelische Kirchengemeinde Hausen ihr neu gebautes Gemeindehaus, Alt-Hausen 3-5, eröffnet. Der festliche Nachmittag begann mit einem Gottesdienst in der Kirche, anschließend gab es Grußworte, unter anderem von Stadtdekan Dr. Achim Knecht. Eine große Zahl an Interessierten schaute sich den Bau an, die Gemeinde lud zu Rundgang, Kuchen, Kaffee, Fingerfood und Canapés ein.

Der Neubau des Gemeindehauses ist Teil des Gebäudekonzeptes der Kirchengemeinde, mit dem die Aktivitäten künftig am Standort der Kirche konzentriert werden sollen. Mit der Eröffnung wird das zweite Gemeindezentrum in Westhausen aufgegeben. Für den Neubau des Gemeindehauses in Alt-Hausen wurde 2013 ein Wettbewerb ausgelobt, zu dem vier Architekturbüros eingeladen wurden. Gewinner war hgp Architekten Leben und Kilian GbR aus Frankfurt, die mit der Ausführung beauftragt wurden. Das neue Gemeindehaus wurde an fast der gleichen Stelle wie das alte errichtet, jedoch in veränderter Kubatur.Es verbindet die beiden anderen Gebäude auf dem Grundstück, die Kirche und die Kindertagesstätte der Gemeinde, die nun ein Ensemble bilden.

tl_files/images/content/aktuelles/2017_09/2017-09--Aussenansicht-Kirche-Gemhaus-oes.jpgIn der Dialogpredigt mit Prodekan Holger Kamlah sagte der Hausener Gemeindepfarrer Holger Wilhelm: „Das neue Gemeindehaus nimmt die Kirche gleichsam in den Arm und verbindet sie auch mit der Kindertagesstätte.“ Die Gestalt des Komplexes wertet er als ein Stück gebautes Leitbild. „Auch wenn die Flächen kleiner werden mussten, so ist doch ein neues christliches Selbstbewusstsein in diesen Bau eingeflossen. Selbst der neue Saal hat durchaus auch etwas Sakrales: Er ist wie zum Himmel nach oben gelupft – und dabei aber auch mit viel Glas zum Stadtteil und seinen Menschen offen." Wilhelm ist wichtig: "Wir wollen als christliche Gemeinde ein gutes Miteinander im Stadtteil befördern – mit allen Menschen, die hier leben." Stadtdekan Dr. Achim Knecht sagte mit Bezug auf die neuen Räume: "Die Gemeinde positioniert sich mit diesem Gebäude neu im Stadtteil. Sie zeigt damit: Die Evangelische Kirche stellt sich den Herausforderungen der Zeit." Hinzu fügte er: "Sie geht konstruktiv mit der veränderten Bedeutung von Kirche in der heutigen Gesellschaft um."

Im zweigeschossigen Neubau befindet sich im Erdgeschoss ein Foyer sowie Gemeindebüro, Gruppenraum, Küche, Behinderten-WC und ein Technikraum. Im Obergeschoss gibt es ebenfalls ein Foyer und einen großen Saal (rund 80 Quadratmeter) sowie WCs und Nebenräume.

tl_files/images/content/aktuelles/2017_09/2017-09-Hausen-Wilhelm-Danke.jpgDas Foyer schließt in jedem Geschoss direkt an die Kirche und deren neuem Verbindungsbau an, der sich förmlich an die Kirche anschmiegt. Dieser Verbindungsbau ist ein großer überdachter Raum und fungiert als Bindeglied zwischen den einzelnen Gebäuden. Gleichzeitig bietet er auch durch seine großzügige Verglasung den direkten Einblick zur gemeinsamen Freifläche beziehungsweise Terrasse. Der Grundriss besticht durch seine Ein- und Ausblicke. Pfarrer Holger Wilhelm (Foto Mitte) gefällt besonders der neue Gemeindesaal mit seiner lichten Atmosphäre. Die beiden Geschosse des neuen Gemeindehauses nebst dem angegliederten Verbindungsbau bieten dem zukünftigen Gemeindeleben ein „offenes Haus“ mit vielen Aufenthaltsmöglichkeiten unter Einbeziehung von Kirche und Kindertagesstätte. Dort wird am 3. September auch das „DRIN-Café“ für Familien eröffnet. „DRIN“ ist die Abkürzung für „Dabei sein, Räume entdecken, Initiativ werden, Nachbarschaft leben“, einer gemeinsamen Initiative der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Diakonie Hessen gegen wachsende Armut und Ausgrenzung.

Der Kirchengemeinde Hausen steht nun eine Fläche von zirka 440 Quadratmeter zur Verfügung, wobei 130 Quadratmeter davon als Versammlungsfläche gelten. Der nicht unterkellerte Neubau ist in Holzrahmenbauweise mit einer gedämmten Klinkerriemchenfassade errichtet. Die verschiedenen Dachneigungen (Sattel- und Kehldach) nehmen Bezug zur umgebenden Bebauung (Kirche) auf. Die großzügigen Verglasungen innerhalb des Gebäudes lassen Blickbezüge insbesondere zur Kirche zu. Somit präsentiert sich das neue Gemeindehaus als „offenes Haus“ der Gemeinde.

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links neben Stadtdekan Dr. Achim Knecht (am Mikrofon) die Hausener Kirchenvorstandsvorsitzende Dr. Claudia Heuser-Mainusch, erste rechts neben ihm Friederike Rahn-Steinacker, Leiterin der Abteilung Bau, Liegenschaften und Hausverwaltung des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main

Der Neubau wird mit einer Erdwärmesondenanlage (Geothermie) beheizt. Die Gesamtbaukosten für den Neubau betragen 2.170.770 Euro. Finanziert wird dieser Betrag durch die Vermarktung des von der Kirchengemeinde aufgegebenen Gemeindehauses in Westhausen und einer Teilfläche des Grundstücks Alt-Hausen. Für Sonderausstattung und Inneneinrichtung muss die Kirchengemeinde selbst aufkommen. Für Gemeindehaus und Kirche werden 160 neue Stühle benötigt, die insgesamt 40.000 Euro kosten und für die die Kirchengemeinde Spenderinnen und Spender sucht.

Viele haben im Vorfeld an dem Gelingen mitgewirkt, Kirchenvorstandsvorsitzende Dr. Claudia Heuser-Mainusch dankte unter anderem: dem Architekturbüro, der Bauabteilung des Evangelischen Regionalverbandes, dem Denkmalamt, der Evangelischen Kirchenstiftung und der gemeindeinternen Fundraising AG. Ihr Dank galt auch der katholischen Nachbargemeinde St. Anna-St. Raphael: "Sie hat uns Ihre Räume großherzig zur Verfügung gestellt" - als in der Bauphase die Gemeinderäume nicht zugänglich waren. Im Büro des TUS Hausen tagte in der Zeit der Kirchenvorstand, erzählte Heuser-Mainusch. Stadtdekan Knecht erwähnte in seinem Grußwort auch den langjährig erprobten Dialog mit den muslimischen Nachbarn.

 

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