Die verschleppte Aufklärung

02.11.2015 (17:00 - 19:30)

Hochkarätig besetzt ist die Informationsveranstaltung zu der verschleppten Aufklärung des NSU-Komplexes, zu nationalsozialistischem Untergrund und anderen neonazistischen Terrornetzwerken in Hessen am Montag, 2. November 2015, von 17 bis 19.30 Uhr in der Matthäuskirche der Evangelischen Hoffnungsgemeinde, Friedrich-Ebert-Anlage 33, Innenstadt: Begrüßen wird die Pröpstin für Rhein Main, Gabriele Scherle, Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Dem folgt eine Podiumsdiskussion mit Alexander Kienzle, Nebenklagevertreter der Familie Yozgat im Münchner NSU-Prozess, Dirk Laabs, Journalist und Autor des Buches „Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie der NSU sowie Sonja Brasch, vom Rechercheprojekt NSU-Watch Hessen sitzen auf dem Podium, Heike Kleffner, Journalistin und Rechtsextremismusexpertin, moderiert. Kommentierend begleiten die Diskussion Clemens Binninger, MdB, Obmann der CDU/CSU im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages und Dorothea Marx, Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses des Thüringer Landtages.

Die Aufarbeitung der rassistischen Mord- und Anschlagsserie des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) kommt nur schleppend voran. Das gilt besonders für den Mord der NSU an dem 21-jährigen Halit Yozgat in Kassel. Was hat der zur Tatzeit in dem Internet-Café anwesende hessische Verfassungsschützer wirklich gesehen und gewusst? Welche Verbindungen bestanden oder bestehen zwischen dem Netzwerk der NSU und Neonazis in Hessen?  Seit Mai 2014 soll der NSU-Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags unterscuhen, ob im Zusammenhang mit dem Mord an Halit Yozgat Fehlverhalten durch Behörden und politisch Verantwortliche gab. Bislang hat er jedoch keine einzige Antwort auf die zentralen Fragen rings um den Mord an Halit Yozgat zu Tage gefördert.

Pröpstin Scherle ist die Veranstaltung ein besonderes Anliegen. „Ich fühle mich diesem Thema mein ganzes Leben lang verpflichtet.“ Von 1980 bis 1984 war sie stellvertretende Vorsitzende der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in Berlin, Sie gehört dem Arbeitskreis Kirche und Israel, dem Vorstand der Martin-Niemöller-Stiftung und dem Ausschuss für Diakonie, Mission und Ökumene der EKD-Synode an. Das Amt der Friedenspfarrerin der EKHN zählt zu ihren beruflichen Stationen. „Die Mord- und Anschlagsserie  des NSU betrifft unsere Gesellschaft als Ganzes. Wir müssen Fremdenfeindlichkeit in den Blick nehmen, Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie - und darüber beraten, wie wir dem begegnen können. Dass ist auch für uns als Kirche eine Aufgabe und Verpflichtung“, sagt Scherle.

Die Veranstaltung richtet sich an eine interessierte Öffentlichkeit, Abgeordnete aller Fraktionen des hessischen Landtages, insbesondere aus dem NSU-Untersuchungsausschuss, kirchlich beziehungsweise gewerkschaftlich Engagierte sowie Praktiker und Praktikerinnen der Arbeit für Demokratie gegen Rechtsextremismus.

Veranstalter sind die Evangelische Kirche Frankfurt am Main, die Katholische Akademie Rabanus Maurus / Haus am Dom, die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, NSU-Watch Hessen, die Martin-Niemöller-Stiftung und die Evangelische Akademie Frankfurt.

Wegen begrenzter Platzkapazitäten wird um vorherige Anmeldung gebeten per E-Mail an ev.propstei.rhein-main@ekhn-net.de

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