Faire Finanzen

13.11.2017 - 17.11.2017

Formuliert sind 17 nachhaltige Ziele, die die Welt retten sollen. Welchen Beitrag muss die Finanzwirtschaft dazu leisten? Dieser Frage widmet sich die 4. Fair Finance Week von Montag, 13. bis Freitag, 17. November 2017, in Frankfurt.

2015 hat sich die Weltgemeinschaft den Sustainable Development Goals verpflichtet, den SDGs. Während der Fair Finance Week werden die SDGs diskutiert und die Rolle der Finanzbranche aufgezeigt. Mit Experten und im offenen Austausch mit dem Publikum werden bei den Veranstaltungen Fragen beantwortet wie: Welche Chancen bietet der Klimaschutz? Ist Wirtschaftswachstum alternativlos? Was kann ein bedingungsloses Grundeinkommen leisten? Wie lässt sich soziale Gerechtigkeit herstellen? Und wie ist eine ökologische Ernährung weltweit möglich?

Das Fair Finance Network Frankfurt ist eine Kooperation von Banken und Finanzorganisationen am Finanzplatz Frankfurt, die sich mit gemeinsamer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für die Stärkung der nachhaltigen Finanzwirtschaft einsetzt. Mitglieder sind die Evangelische Bank Frankfurt, GLS Bank Frankfurt, Triodonos Bank Deutschland und Oikocredit Hessen-Pfalz.

Weitere Informationen zu dem Netzwerk und der Fair Finance Week gibt es unter www.fair-finance-frankfurt.de

Das Programm der Woche

Montag, 13. November
Der erforderliche Beitrag der Finanzinstitute

Die Notwendigkeit eines globalen Wandels und gemeinsamer Anstrengungen sind nicht erst seit dem Pariser Klimaabkommen bekannt. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zeigen die verschiedenen Handlungsfelder. Welchen Beitrag können Finanzinstitute zur Erfüllung dieser Ziele leisten? Darum geht es am Montag,13. November 2017, um 19.30 Uhr im Haus am Dom, Domplatz 3, Innenstadt. Eröffnet wird der Abend von Beatrix Tappeser, Staatssekretärin Hessisches Umweltministerium. Daran schließt sich ein Vortrag von Dirk Schwenzfeier, Beauftragter für Wirtschaft und Kommunen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), an. Seine Ansichten diskutiert er mit Staatssekretärin Tapesser und Kevin Schaefers (Vorstandsmitglied CRIC - Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit in der Geldanlage). Antje Mathez, Journalistin, Frankfurter Rundschau, übernimmt die Moderation der Runde. Musikalisch begleitet das Programm der Fankfurter Beschwerdechor.

Dienstag, 14. November
Ernährung weltweit sichern

Vor welchen Herausforderungen steht die Welt, wenn es um unser tägliches Essen geht? Was hat unser Essen mit dem Hunger weltweit zu tun? In Ägypten hat die SEKEM Wüstenboden in Ackerland verwandelt. In Frankfurt engagieren sich Menschen für eine solidarische Landwirtschaft. Erörtert wird am Dienstag 14. November 2017, ab 19.30 Uhr, im Dominikanerkloster, Großer Saal, Innenstadt, das Thema „Essen, ,das nicht die Welt kostet‘“.

Eingangs referiert Roman Herre, Agrarreferent der Menschenrechtsorganisation FIAN. Über seine Thesen diskutiert er dann auf dem Podium mit Tobias Bandel (SEKEM-Freunde und Gründer Soil&More) und Christiane Münscher (Solidarische Landwirtschaft Frankfurt). Gunter Volz, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung beim Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Silvia Winkler, Geschäftsführerin Oikocredit Förderkreis Hessen-Pfalz, moderieren.

Mittwoch, 15. November
Wir brauchen Wachstum – aber welches?

Oft hört man den Satz „Wir brauchen Wachstum!“ –, doch welche Art von Wachstum benötigen wir? Wie sieht vor dem Hintergrund des weltweiten, viel zu hohen Ressourcenverbrauchs ein nachhaltiges Wachstum aus? Bietet ein Grundeinkommen eine Möglichkeit für ein sozialeres Wachstum? Wie sieht es im Bereich des Finanzwesens aus? Mit kurzen Impulsvorträgen werden am Mittwoch, 15. November 2017, 19.30 Uhr im DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, Innenstadt, diese Fragen vorgestellt und im Anschluss gemeinsam diskutiert. Teilnehmer der Debatte sind: Kai Eicker-Wolf (Referatsleiter Wirtschaftspolitik, DGB), Professor Sascha Liebermann (Alanus Hochschule), Udo Philipp (Berater und Aufsichtsrat der Triodos Bank) und Professor Michael Voigtländer (Institut der deutschen Wirtschaft). Florian Koss, Leiter Kommunikation und Marketing Triodos Bank, moderiert den Abend.

Donnerstag, 16. November
Klimaentwicklung und Finanzen – Wie hängt das zusammen?

„Erneuerbare Energien für alle“ und „umfassender Klimaschutz“ sind zwei Kernziele der Sustainable Development Goals. Ohne den Kampf gegen den Klimawandel sind auch die anderen Ziele der SDG´s nicht zu erreichen. Gerade auch die Finanzmärkte sind gefordert, ihren Beitrag in diesem Kontext zu leisten. Silvia Kreibiehl von der Frankfurt School, die auch Leiterin des UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance ist, wird am Donnerstag, 16. November, um 19.30 Uhr, in der GLS Bank, Mainzer Landstraße 47,Innenstadt, die Pariser Klimaziele erklären, einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge geben und Lösungen vorstellen. In der anschließenden Podiumsrunde geht es darum, was Privatanleger und institutionelle Investoren in dieser Hinsicht tun können. Welche Wirkung haben Klimafonds oder grüne Anleihen? Welche Konzepte stecken dahinter? Im Anschluss an ihren Vortrag diskutiert Kreibiehl mit Vanessa Bolmer (GLS Bank, Spezialistin für nachhaltige Investmentfonds) und Dr. Armin Sandhövel (Allianz Global Investors) über das Thema. Die Wirtschaftsjournalistin Elke Pickartz moderiert.

Freitag 17. November
Gutes Geld für eine gerechtere Welt – was können die Kirchen und nachhaltige Banken beitragen?

Bei der Abschlussveranstaltung der Fair Finance Week am Freitag, 17. November 2017, um 19.30 Uhr in der Matthäuskirche der Evangelischen Hoffnungsgemeinde, Friedrich-Ebert-Anlage 33, Innenstadt, geht es um die Möglichkeiten von Kirchen und nachhaltigen Banken, sich sinnvoll im Finanzbereich zu engagieren.

Ungleichheit ist real. Reiche hier, Arme dort, das gilt gerade auch für die globalisierte Weltordnung von heute. Wie lässt sie sich gerechter gestalten? Und was ist der Beitrag nachhaltiger Banken zur Entwicklungsagenda der Vereinten Nationen? Zugespitzt: Können Fonds und Investments helfen, Hunger und Ungerechtigkeit in der Welt zu überwinden? Reicht es aus, auf Spekulation mit Nahrungsmitteln zu verzichten, den Aufbau von Infrastruktur und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung zu fördern und Waffengeschäfte auszuschließen? Oder muss der Anspruch viel weiter reichen? Fakt ist: Nachhaltigkeitskriterien werden bei Anlageentscheidungen nicht nur kirchlicher Institutionen immer wichtiger. Ethisch orientierte Banken tun viel für ein faires Miteinander, indem sie eng mit Einrichtungen wie etwa „Brot für die Welt“ kooperieren. Doch wie lässt sich ein enger Austausch der beteiligten Akteure sicherstellen, um partnerschaftlich Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu sichern? Reichen die bestehenden Finanzierungsinstrumente, um Klimaschutz und erneuerbare Energien wirklich voran zu bringen? Diese Fragen sollen nach Impulsvorträgen gemeinsam mit dem Publikum diskutiert werden.

Auf dem Podium sitzen Ruth Gütter vom Referat Nachhaltigkeit im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johannes Grün, Referatsleiter Wirtschaft und Umwelt bei Brot für die Welt, Heinz-Thomas Striegler, Leiter der Kirchenverwaltung und Finanzdezernent der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Professor em. Friedhelm Hengsbach SJ, ehemals Oswald von Nell-Breuning Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik sowie Joachim Fröhlich, Vorstandsmitglied Evangelische Bank, Kassel. Die Wirtschaftsjournalistin Elke Pickartz ist als Moderatorin mit dabei.

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